Im November 2020: Intersektionalität

Intersektionaler Feminismus im Gesundheitswesen ist das Herz unserer Arbeit.

Was meinen wir damit? Wie verstehen wir diesen Begriff? Auf wessen Arbeit bauen wir auf? Das haben wir uns im November im Themenmonat “Intersektionalität” angeschaut.

Geprägt wurde das Konzept von der US-Amerikanerin Kimberlé Crenshaw in ihrem Aufsatz „Demarginalizing the Intersection of Race and Sex“ (1989), in dem die Juristin Kritik an der US-amerikanischen Antidiskriminierungsrechtsprechung übt. Sie argumentiert, dass Diskriminierung ganz unterschiedliche, sich überlagernde Gründe haben kann - ähnlich einer Straßenkreuzung (englisch intersection):

Nehmen wir als Beispiel eine Straßenkreuzung, an der der Verkehr aus allen vier Richtungen kommt. Wie dieser Verkehr kann auch Diskriminierung in mehreren Richtungen verlaufen. Wenn es an einer Kreuzung zu einem Unfall kommt, kann dieser von Verkehr aus jeder Richtung verursacht worden sein – manchmal gar von Verkehr aus allen Richtungen gleichzeitig. Ähnliches gilt für eine Schwarze Frau, die an einer „Kreuzung“ verletzt wird; die Ursache könnte sowohl sexistische als auch rassistische Diskriminierung sein.

(Kimberlé Crenshaw)

Dazu haben wir einen Vortrag von Crenshaw (englisch) angeschaut, indem sie das Konzept selbst erklärt. Mehr historischen und aktuellen Kontext gab Natasha A. Kelly im Missy Magazin. Mithilfe des Gunda Werner Instituts haben wir uns angeschaut, was das für die praktische feministische Arbeit heißen kann, und überlegt, was wir uns von Vorbildern wie Peggy Piesche, Fanny Lou Hamer und vielen weiteren inspirierenden Aktivistinnen abschauen können. Wie ein intersektionaler Ansatz in der quantitativen Gesundheitsforschung aussehen kann, haben wir anhand einer spannenden Studie nachvollzogen. Und wir haben uns informiert, welche Initiativen es schon gibt: z.B. die Freedom School for Intersectional Medicine and Health Justice!

Monatsthema November
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